Partnerinstitutionen aus dem In- und Ausland tragen jedes Jahr zu einem reichen und hochkarätigen Programm am Literaturfestival Leukerbad bei, durch gemeinsame Projekte, Kollaborationen und Kontakte. 2015 wurde als Koproduktion des Internationalen Literaturfestivals Leukerbad und des Internationalen Literaturfestivals Berlin das Internationale Literaturfestival in Odessa lanciert.
SLI – Schweizerisches Literaturinstitut
Schweizerisches Literaturarchiv SLA
Beratung für Kulturschaffende: Suisseculture Sociale
Spycher: Literaturpreis Leuk
Das Centre de traduction littéraire de Lausanne – CTL
LCB Literarisches Colloquium Berlin
Künstlerprogramm des DAAD Berlin
CTL Centre de traduction littéraire de Lausanne
Schulhausroman / Roman d’école
Internationales Literaturfestival Berlin
Kultur Wallis / Culture Valais
Schweizerisches Literaturinstitut
Schweizerisches Literaturarchiv
Schweizerische Schillerstiftung
Sofalesungen / Lectures Canap / Letture sul Sofà
CH Netzwerk, Netzwerk der Schweizer Literaturfestivals
In diesem Jahr feiert das Schweizerische Literaturinstitut Jubiläum. Es blickt zurück auf zwanzig Jahre Mitdenken, Mitgestalten und Miterleben der Gegenwartsliteratur und auf die vielfältigen Texte und Stimmen, die am Institut begonnen oder ein Stück ihres Weges in Biel zurückgelegt haben.
Und auch im Jubiläumsjahr bleibt das «Literarische Schreiben» nicht stehen: Unter dem Titel «unterwegs» erkunden Studierende in diesem Jahr neue Formate und Orte und versetzen Literatur in Bewegung. So sind sie mit Texten oder Werkstätten an verschiedenen Orten der Schweiz zu erleben. Im Rahmen dieser neuen Zusammenarbeit mit dem Literaturfestival Leukerbad reisen – zusammen mit Peter Stamm – Studierende aus dem Schreibatelier «Wo beginnt ein Text?» mit Auszügen aus dem Werkstattkontext an.
Das Schweizerische Literaturinstitut in Biel bietet neuen literarischen Stimmen einen Ort, an dem sie ihre Schreibpraxis entwickeln und vertiefen können. Seit 2006 gibt es dort die Möglichkeit, im Rahmen eines Bachelors «Literarisches Schreiben» zu studieren.
In der Zusammenarbeit mit anderen Schreibenden, mit Gästen, in Werkstätten und kritischen Lektürekursen kann über drei Jahre hinweg das Schreiben in der ganzen Vielfalt von Wort, Schrift und Genre erprobt werden. Geschrieben wird in einer der beiden Schreibsprachen Französisch oder Deutsch. Das zweisprachige Umfeld will aber auch einladen, anderen Sprachen gegenüber offen zu sein.
Das Studium ist einzigartig in der Schweiz. Es eröffnet Raum für Austausch und lässt Zeit für die Arbeit am eigenen Text sowie für Gespräche mit anderen Schreibenden, am Haus oder darüber hinaus. Das Literaturinstitut ist Teil der Hochschule der Künste Bern (HKB) und sucht in diesem vielfältigen Umfeld auch den Austausch mit anderen Künsten wie Musik, Fine Arts oder Theater.
Gesprächsreihe « Perspektiven»
mit Peter Stamm, Jonathan Merz, Niclo Schmidt, Konstantin Stawenow, Daria Pauke und Florian Weder
Freitag, 26.6., nachmittags, Ort und Zeit siehe Detailprogramm
hkb.bfh.ch/sli
Verstaubt, zumindest etwas weltfremd oder gar gleich elitär – was früher teils berechtigte Vorurteile gegenüber der Archivarbeit waren, trifft auf die heutigen Aktivitäten des Schweizerischen Literaturarchivs nicht zu. Schon seine Entstehungsgeschichte hat andere Vorzeichen gesetzt: Das SLA gründet auf einer Initiative von Friedrich Dürrenmatt, der seinen Nachlass 1989 der Eidgenossenschaft vermachte, mit der Auflage, dass ein nationales Literaturarchiv eingerichtet wird. Seit 1991 ist das SLA Teil der Schweizerischen Nationalbibliothek, heute mit einer Sammlung von über 450 Archiven und Nachlässen. Es ist eine nationale Gedächtniseinrichtung für die Literaturen der Schweiz und der Exil-Autor:innen, es dokumentiert das literarische Schaffen in der Schweiz und mit Bezug zur Schweiz. Das Schweizerische Literaturarchiv etabliert damit eine repräsentative Sammlung literarischer Bestände des 20. und 21. Jahrhunderts und bereitet diese kontinuierlich auf; unter Berücksichtigung aktueller Themen wie Digitalisierung, Diversität oder Marginalisierung. Die Vermittlung in öffentlichen Veranstaltungen, Tagungen, Ausstellungen, Forschungsprojekten und Publikationen ist dabei zentraler Pfeiler der täglichen Arbeit.
Die jährlichen Lesungen am Internationalen Literaturfestival Leukerbad sind sozusagen Blüten, die sich über die Zeit im Schweizerischen Literaturarchiv ablagern, in Korrespondenzen, Fotografien, Medienberichten und Werbematerialien, auch in Ton- und Videobeiträgen. Einige Beispiele: Eine Hommage von 1999 zum 70. Geburtstag von Paul Nizon, Lesungen und Workshops mit Ilma Rakusa, Christina Viragh, Pierre Imhasly, Korrespondenz und Projekte mit Rosemarie Pagnard, Peter K. Wehrli, Reto Hänny, Jean-Luc Benoziglio und Christoph Geiser. Und in den Archivübernahmen von Lukas Bärfuss, Iso Camartin, Daniel de Roulet, Martin R. Dean, Eleonore Frey, Thomas Hürlimann, Birgit Kempker, Jürg Laederach, Helen Meier, Klaus Merz, Isolde Schaad, Mikhail Shishkin, Ruth Schweikert, Jörg Steiner, Aglaja Veteranyi, Urs Widmer und weiteren. Im Gespräch ist die Übernahme des Archivs der ersten 30 Jahre des Literaturfestivals – ein Schritt, der die Dokumentation vervollständigen würde.
Am diesjährigen Festival wird Lucas Marco Gisi, Leiter des Schweizerischen Literaturarchivs, zusammen mit Désirée Reynolds und Jonas Lüscher den Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen von Archiven auf den Grund gehen, und zusammen mit Peter Weber und Christian Döring Archivarbeit am Beispiel des «Wettermachers» lebendig machen.
Sind auf Bücherverkäufe AHV-Beiträge fällig und wenn ja, wie zahle ich die überhaupt ein? Wie kann ich als selbständige: r Künstler:in für das Alter vorsorgen? Worauf muss ich achten, wenn ich meinen «Brotjob» aufgebe, um mein nächstes Manuskript abzuschliessen? Um solche und andere Fragen zu besprechen und im besten Fall zu beantworten, ist Suisseculture Sociale da. Für alle, die in der Kultur arbeiten, jederzeit und am letzten Juniwochenende vor Ort am Literaturfestival Leukerbad.
Suisseculture Sociale ist ein Dachverband der Berufsverbände, der sich seit 1999 mit Fragen der sozialen Sicherheit für Kulturschaffende beschäftigt. Seit Herbst 2025 baut Suisseculture Sociale im Auftrag des Bundesamtes für Kultur das Nationale Kompetenzzentrum Arbeiten in der Kultur auf. In dieser Rolle wird Suisseculture Sociale auch in Leukerbad vor Ort sein: um Gespräche zu führen, um Menschen zu vernetzen oder für Kurzberatungen im Bereich Arbeit oder Sozialversicherungen.
Der Spycher: Literaturpreis Leuk wird jährlich von der Stiftung Schloss Leuk vergeben und ist in seiner Form nach wie vor einzigartig: Die Preisträger:innen werden über einen Zeitraum von fünf Jahren immer wieder nach Leuk eingeladen. In dieser Zeit entstehen besondere Beziehungen zum Ort und zu seiner Bevölkerung – nicht selten entwickeln sich daraus langjährige Freundschaften.
So kehrt Felicitas Hoppe seit Jahren regelmässig nach Leuk zurück und hat dem Ort mit ihrer Erzählung Der beste Platz der Welt eine bleibende literarische Liebeserklärung gemacht. Thomas Hettche wiederum lässt seinen Roman Sinkende Sterne im Wallis spielen. Diese Beispiele zeigen, wie sehr dieser Literaturpreis Raum für Begegnung, Inspiration und gegenseitige Wertschätzung schafft – und viele weitere Geschichten liessen sich hinzufügen.
2026 feiert der Spycher: Literaturpreis Leuk sein 25-jähriges Jubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert würdigt der Preis bedeutende Stimmen der Gegenwartsliteratur und schafft zugleich Raum für Austausch zwischen Autor:innen, und Publikum. Zu den Preisträgern zählt auch der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai, der inzwischen mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde – ein eindrucksvolles Zeichen für die internationale Ausstrahlung der Autor:innen, die in Leuk geehrt werden.
Anlässlich des Jubiläums wird die Preisverleihung 2026 von Lesungen und Gesprächen mit ehemaligen Preisträger:innen begleitet.
Die Spycher-Preisträger:innen sind: Zsófia Bán, Lukas Bärfuss, Joanna Bator, Marcel Beyer, John Burnside (1955–2024), Mircea Cărtărescu, Radka Denemarková, Ulrike Draesner, Gerhard Falkner, Lavinia Greenlaw, Durs Grünbein, Felicitas Hoppe, Stefan Hertmans, Thomas Hettche, Michael Hofmann, Barbara Honigmann, Helena Janeczek, Abbas Khider, Barbara Köhler (1959–2021), László Krasznahorkai, Thomas Lehr, Sibylle Lewitscharoff (1954–2023), Jonas Lüscher, Martin Mosebach, Marie NDiaye, Ulrich Peltzer, Michael Roes, Daniel de Roulet, Gilles Rozier, Judith Schalansky, Michail Schischkin, Aleš Šteger, Katharina Schultens, Alissa Walser, Iris Wolff und Adam Zagajewski (1945–2021).
Die Jury – bestehend aus Christian Döring, Sabine Dörlemann, Stephan Bader und Thomas Geiger – bestimmt die neue Preisträgerin oder den neuen Preisträger im Juni.
Die Verleihung des Spycher: Literaturpreises Leuk 2026 findet am Sonntag, 27. September, im Schloss Leuk statt. Herzlich willkommen!
spycher-literaturpreis.ch
Das Centre de traduction littéraire de Lausanne (CTL) wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, eine Plattform für das Gespräch über das literarische Übersetzen anzubieten und zugleich den Dialog zwischen Theorie und Praxis sowie unter den Übersetzerinnen und Übersetzern zu fördern. Das Tätigkeitsfeld ist weit und vielseitig: Zusätzlich zu Konferenzen und wissenschaftlichen Forschungsprojekten an der Universität Lausanne organisiert das CTL öffentliche Lesungen mit Autor:innen und Übersetzer:innen aus allen Sprachen. Heute mehr denn je engagiert sich das CTL für die Menschen, die Übersetzungen schreiben und lesen. Gemeinsam entdecken wir die Literaturen der Welt, die Sprachen und Stimmen der Schreibenden in ihrer immer eigenen, originalen und originellen Vielfalt.
Auf der Webseite des CTL finden sich aktuelle Informationen aus den unterschiedlichen Bereichen des literarischen Übersetzens für den Nachwuchs und die professionellen Übersetzer:innen (Werkstätten, Lesungen, Neuigkeiten zum Berufsfeld).
Im Rahmen der seit 2010 bestehenden Partnerschaft, die einen Beitrag zum Austausch zwischen den Sprachregionen der Schweiz leisten soll, lädt das CTL die Autorin Anna Ruchat und ihre Übersetzerin Barbara Sauser zum Literaturfestival Leukerbad ein.
31. Internationales Literaturfestival Leukerbad: