Martina Clavadetscher
Schweiz
Martina Clavadetscher, 1979 in Zug geboren, ist eine der «originellsten und wagemutigsten Stimmen ihrer Generation» (NZZ am Sonntag). Souverän spielt sie auf der gesamten Klaviatur literarischer Formen. Nach ihrem Studium der Deutschen Literatur, Linguistik und Philosophie arbeitete Clavadetscher für verschiedene Theater und wurde mehrfach für ihre Dramentexte ausgezeichnet. Ihr Roman Die Erfindung des Ungehorsams gewann 2021 den Schweizer Buchpreis.
In Die Schrecken der anderen reflektiert Clavadetscher die verdrängten Verbindungen der Schweiz zum Nationalsozialismus. Ein Polizeiarchivar und eine Seniorin versuchen einen Mordfall aufzuklären. In ihren Ermittlungen tasten sich die beiden heran an einen Verein von Zylinderträgern, an die reichste Familie des Ortes und an mysteriöse Geldzuwendungen an Rechtsextreme. «Mitten ins Herz des Schweizer Selbstverständnisses» geht das für die NZZ. Die Schrecken der anderen ist ein politischer und geschichtsphilosophischer Roman, der der Schweiz den Spiegel vorhält. Dafür – ausgerechnet, könnte man sagen – erhielt Clavadetscher 2026 einen der vom Bundesamt für Kultur vergebenen Schweizer Literaturpreise.
Die Schrecken der anderen. Roman. C. H. Beck 2025
Vor aller Augen. Roman. Unionsverlag 2022
Die Erfindung des Ungehorsams. Roman. Unionsverlag 2021
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