Peter Waterhouse
Österreich
Zwischen den Sprachen war Peter Waterhouse von Anfang an zu Hause: Als Sohn eines englischen Offiziers und einer Österreicherin wurde er 1956 in Berlin geboren und lebte als Kind in Deutschland und Südostasien. Bis heute ist Schreiben für ihn zunächst Übersetzung, sei es aus einer Sprache in eine andere oder aus dem Nicht-Sprachlichen in die Sprache, deren Grenzen Waterhouse immer wieder aufs Neue erforscht. In oft schwebenden, offenen Formen tastet er sich an Welt und Wahrnehmung heran.
Z Ypsilon X, eine Auseinandersetzung mit der Rolle des Grossvaters in der NS-Propaganda, führt diese Poetik konsequent fort: Handlung im klassischen Sinn tritt zurück zugunsten eines Denk- und Sprachraums, in dem Wörter, Dinge und Wahrnehmungen in Bewegung geraten. Der Text entfaltet sich als lose gefügtes Geflecht aus Beobachtungen, Reflexionen und poetischen Setzungen, die sich jeder eindeutigen Zuordnung entziehen. Typisch für Waterhouse ist dabei eine entschleunigte, fast meditative Erzählweise, in der sich die Welt gleichsam im Sprechen neu formiert. Seine Literatur lässt, wie es in der Würdigung zum Grossen Österreichischen Staatspreise 2012 hiess, «das Übersehene ebenso leuchten wie das Gesehene» und bringt Sprache in neue Schwingungen.
Z Ypsilon X. Roman. Matthes & Seitz 2025
Equus. Wie Kleist nicht heisst. Roman. Matthes & Seitz 2018
Der Fink. Einführung in das Federlesen. Roman. Matthes & Seitz 2016
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