Ronya Othmann
Deutschland
Ronya Othmann wurde 1993 in München geboren und lebt heute als freischaffende Autorin und Journalistin in Leipzig. Neben Prosa, Gedichten und Essays erscheint seit 2021 regelmässig ihre Kolumne Import Export in der FAS. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, ihr Roman Vierundsiebzig, mit dem sie 2024 in Leukerbad zu Gast war, stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Wenige Wochen nach dem Sturz des Assad-Regimes 2025 reist Othmann zu Recherchezwecken nach Syrien – mit ihrem kurdisch-jesidischen Vater, der 1980 aus dem Land flüchtete. Im aus dieser Reise entstandenen Reportageband Rückkehr nach Syrien dokumentiert die Autorin in nüchterner, eindrücklicher Sprache das Unaussprechliche, das sie unter anderem im Foltergefängnis Saidnaya sah. Othmann berichtet von Menschen, die sonst niemand hört; von den Minderheiten, die auch nach dem Regimesturz bedroht bleiben. «Ich schreibe, damit ihre Geschichten nicht verschwinden», meint sie selbst in einem Interview im Tages-Anzeiger. Angesichts der jüngeren Entwicklungen im kurdisch bevölkerten Teil Syriens ist es ein Glücksfall, dass Rückkehr nach Syrien so entstehen konnte und wie Othmann dieses Zeitfenster genutzt hat.
Rückkehr nach Syrien. Reportage. Rowohlt 2025
Vierundsiebzig. Roman. Rowohlt 2024
die verbrechen. Gedichte. Hanser 2021
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