Robert Menasse
Österreich
Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft und promovierte mit einer Arbeit über den «Typus des Aussenseiters im Literaturbetrieb». Menasse lehrte an der Universität São Paulo philosophische und ästhetische Theorie. Seit 1988 lebt er als freier Schriftsteller hauptsächlich in Wien.
Unermüdlich hat Robert Menasse die Geschichte Europas zum Thema seiner Schriften gemacht. Sein neuestes Werk Die Lebensentscheidung verbindet die Geschichte der Europäischen Union mit einer kitschfreien Familiengeschichte. Franz Fiala, die Hauptfigur in Menasses neuster Novelle, legt seine Arbeit als Beamter bei der EU-Kommission frustriert nieder. Stattdessen beginnt er, sich um seine an Alzheimer erkrankte Mutter zu kümmern und findet ein neues Ziel: sicherstellen, dass seine Mutter ihn nicht überleben muss. Das Grundmotiv übernimmt Robert Menasse aus Franz Werfels Novelle «Der Tod des Kleinbürgers». Die Lebensentscheidung folgt Fialas gesundheitlichem Zerfall in einer Sprache, die es schafft, Verstörung und Hoffnung gleichermassen abzubilden. Der SWR resümiert: «Falls eine EU-Norm für unter die Haut gehende Prosa in Planung sein sollte – bei dieser Novelle könnte sie Mass nehmen.»
Die Lebensentscheidung. Novelle. Suhrkamp 2026
Die Welt von morgen. Ein souveränes demokratisches Europa – und seine Feinde. Suhrkamp 2024
Die Erweiterung. Roman. Suhrkamp 2022
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