Lukas Bärfuss
Schweiz
Lukas Bärfuss, 1971 in Thun geboren, ist Dramatiker, Romancier und Essayist. Er zählt zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur, seine Theaterstücke werden weltweit gespielt, seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. 2019 wurde er für sein Werk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. In politischen Theaterstücken und Romanen zeigt er sich als scharfer Beobachter und unbequemer, pointierter Kommentator unserer Zeit.
Nach Vaters Kiste hat Lukas Bärfuss nun «ein kurzes Buch über meine Mutter» geschrieben – so lautet der Untertitel von Königin der Nacht. Bärfuss erzählt von einer Frau «ohne Bildung und ohne Perspektiven», getrieben von einem «unstillbaren Freiheitsverlangen», der das Kind – der Autor – eine Last war. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ist von Härte, Mangel und emotionaler Distanz geprägt; Zärtlichkeit bleibt rar, Armut allgegenwärtig. Das alles schildert Bärfuss ungeschönt und doch liebevoll, ohne Wertung und Vorwurf – jedenfalls nicht an die Mutter: Denn ins Zentrum stellt er die Frage, «wo […] die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt». Ein berührender, nachdenklich stimmender Text über Herkunft, Schuld und das Fortwirken sozialer Verhältnisse.
Die Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter. Roman. Rowohlt 2026
Die Krume Brot. Roman. Rowohlt 2023
Vaters Kiste. Eine Geschichte über das Erben. Rowohlt 2022
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