Franziska Füchsl, 1991 geboren, gehört zu den eigensinnigsten Stimmen der österreichischen Literatur. Sie studierte Deutsche Philologie und Anglistik in Wien sowie Sprache und Gestalt in Kiel und lebt heute zwischen diesen beiden Städten. Ihre Texte bewegen sich an den Rändern von Lyrik und Prosa, arbeiten mit Dialekt, Sprachverschiebungen und bewusst irritierenden Bildern. Inhaltlich kreisen sie um Landschaft, Herkunft, soziale Reibungen und das fragile Verhältnis von Mensch und Natur. Für ihr Schreiben erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Deutschen Preis für Nature Writing für
Das Grenzland, in das uns Füchsl hineinführt, ist das oberösterreichische Mühlviertel, eingeklemmt zwischen Donau, Bayern und Tschechien, wo sie aufgewachsen ist. Handlung im klassischen Sinn tritt dabei zurück zugunsten eines poetischen Denkraums: Der Fluss Grosse Mühl wird zur Leitfigur für Bewegung, Umwege und Verwandlung. Füchsl verknüpft Naturbeobachtung mit Sprachreflexion und Regionalgeschichte, lässt Perspektiven zwischen Menschen, Pflanzen und Dingen wechseln. Stilistisch entsteht ein dichter, rhythmischer Text, der sich aus Klang, Wiederholung und Verschiebung speist. Dieses Buch ist weniger Erzählung als ein sprachmächtiger Fluss selbst.
31. Internationales Literaturfestival Leukerbad: