«Wer hets gjättut?»

Leuk & Leukerbad haben Schulhausromane geschrieben

«Wer hets gjättut?» Leuk & Leukerbad haben Schulhausromane geschrieben


Buchervernissage & Listening session:
Freitag, 25. Juni, 17 Uhr

Kontakt: Richard Reich (Vorstand Palais Valais), reich@jull.ch
Weitere Informationen:
schulhausroman.ch
romandecole.ch

Mit Unterstützung von Kulturfunken/Dienststelle für Kultur des Kantons Wallis und Lotérie Romande.

Die Idee geisterte seit Jahren in unseren Köpfen herum – jetzt ist der Schulhausroman am Literaturfestival Leukerbad angekommen! In langer Schreibarbeit haben Jugendliche der OS Leuk mit der Leuker (bzw. Berliner) Schriftstellerin Christine Pfammatter einen Thriller verfasst mit dem Titel Karma is a bitch oder: Wer hets gjättut? Aber Achtung, die Leukerbadner Konkurrenz schläft nicht: Jungautor*innen der dortigen OS haben den Abenteuerroman Liebe ist ein Glücksspiel geschrieben, begleitet vom Sustner (bzw. Bieler) Dichter Rolf Hermann.

Rolf, erzähl doch mal, worum es im Leukerbadner Schulhausroman geht!
Rolf Hermann: «‹Man wusste, auf der Fluh hat immer ein grünes Männchen gegeistert.› So beginnt die Leukerbadner Sage vom Grünen Mann. Ausgehend davon haben wir eine Geschichte geschrieben, die im Heute spielt. In Liebe ist ein Glücksspiel mutiert der Grüne Mann zu einem Casinobesitzer. Um die Eröffnung seines GREEN CASINO auf der Torrent zu planen, ist er mit seiner Tochter Shanti nach Leukerbad gezogen. Shanti zeigt sich wenig begeistert, doch bald begegnet sie Remo, dem Sohn eines alkohol- und spielsüchtigen Leukerbadner Bauern. Die Jugendlichen verlieben sich, spazieren nach Albinen, gehen Skifahren auf der Torrentalp – und fassen endlich Mut, zu ihrer Liebe zu stehen – koste es, was es wolle.»

Christine, wie war für dich die Rückkehr in deine alte Schulheimat?
Christine Pfammatter: «Das Schulzimmer kannte ich. Hier sass ich auch einmal. Und genoss die Aussicht ins Rhonetal. Doch nun sieht es ganz anders aus. Die Lehrerin hat das Schulzimmer mit Grünpflanzen ausgestattet, es gibt eine Flipchart, die Technik funktioniert. Mir scheint diese Generation offener für Experimente als wir damals. Die Jugendlichen sind fürs Schreiben zu haben, obwohl ich selber nicht genau wusste wie so ein Schulhausroman aussehen soll und ob wir das schaffen in so kurzer Zeit. Kreativität ist ein Wagnis. Umso grösser die Freude, wenn ein paar Zeilen gelingen! Der Spass kommt mit dem eigenen Entwurf: Figuren, Schauplätze, Handlung – hier gibt es keine Einschränkungen. Die Leuker Schüler wollten einen Krimi schreiben und gerade ein Krimi schafft – wenn man plötzlich eine Leiche hat – viele Vorgaben. Aber das Eintauchen in eine fiktive Welt lässt die Türen des Denkens und Fühlens offen. Oder wie Robert Walser schrieb: ‹Alles träumte, weil es lebte, und alles lebte, weil es träumen durfte›.»


Schulhausroman ist ein Projekt mit Standorten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Frankreich. Die Romane werden gedruckt und am Ende an einem Kulturort öffentlich präsentiert werden – jetzt endlich auch am Literaturfestival Leukerbad!

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Literarische Wanderung
27. Internationales Literaturfestival Leukerbad
. bis . Juni 2022